Monatsarchiv für September, 2009

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Lewis Holtby (FC Schalke 04)

Lewis Holtby (geboren am 18.09.1990) hat einen kometenhaften Aufstieg hinter sich: Juniorennationalmannschaft und Stammspieler in der Zweitligamannschaft von Alemannia Aachen. Dann kam in diesem Sommer als 18jähriger der Wechsel zum FC Schalke 04. Das Ziel für diese Saison ist hauptsächlich die Etablierung in der ersten Mannschaft bei Trainer und Manager Felix Magath.

Holtby wechselte 2004 von Borussia Mönchengladbach zu Aachen und durchlief dort die Jugendmannschaften. Bereits als 17jähriger debütierte er am 7.12.2007 gegen St. Pauli in der 2. Bundesliga. In der darauffolgenden Saison wurde er unverzichtbarer Bestandteil der Aachener Mannschaft. Von den 34 Partien absolvierte er 33. Davon spielte 26 Mal von Beginn an und wurde 14 Mal ausgewechselt. Dabei erzielte Holtby acht Tore und gab neun Torvorlagen.

Seit der Berufung in die U-18 durch Heiko Herrlich im letzten Jahr ist Holtby fester Bestandteil der Juniorenauswahlmannschaften. Am 9. September wurde er für die Leistungen in der U-19 durch den DFB mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold ausgezeichnet. Seinen ersten Einsatz für die deutsche U21 unter Rainer Adrion hatte er im August in Kiev beim Lobanovskiy-Pokal gegen die Türkei und er ist im vorläufigen Kader für die U20- Weltmeisterschaft in Ägypten.

Ein Selbstläufer also? Im Gespräch setzt Manager Thomas Noack darauf, dass es momentan vor allem darum ginge, dass sich Lewis Holtby im Profikader von Schalke durchsetzt. Dies sei ein wichtiger Moment in der Karriere. Bei Felix Magath sicherlich kein leichtes Unterfangen. Diese Saison hat Holtby bisher zwei Spiele absolviert, ein Pokal- und ein Bundesligaspiel.

Willkommen in der Bundesliga, Nummer zwei!

“Mir sind mir die Nummern zwei, sieben und neun aufgefallen. Wir müssen jetzt abwarten, wie sich die Spieler weiter entwickeln”, philosophierte Bundestrainer Joachim “Jogi” Löw kurz nach dem Gewinn der Europameisterschaft der deutschen U17-Nationalmannschaft über die Zukunftsaussichten der Leistungsträger. Und auch der 1. FC Köln, Ausbildungsverein und Arbeitgeber der “Nummer zwei”, lobpreiste in einem Schreiben an seine Mitglieder: “Unser Konzept, den FC-Nachwuchs stark zu fördern, trägt unser neuer Cheftrainer Zvonimir Soldo voll mit. Unser Ziel muss es sein, jedes Jahr ein, zwei junge FC-Spieler an den Profikader heranzuführen. Wie gut unsere Nachwuchsabteilung arbeitet, zeigen die jüngsten Erfolge der U17-Nationalmannschaft…”.

Bienvenue “Ben” Basala-Mazana heißt der junge Mann, der zum einen die Nummer zwei auf dem Rücken trägt, und zum anderen nach seinen beherzten Auftritten mit dem Bundesadler auf der Brust die Weihe von höchsten Stellen erhielt. Der 17-Jährige, der eigentlich noch in der U19 des Vereins spielen könnte, ist beim 1. FC Köln mitten drin und voll dabei. In Zeiten, da beim FC 21.000 Zuschauer dem verlorenen Sohn Lukas Podolski bei seinem ersten Training nach seiner Rückkehr zujubelten, drehte “Ben” seine Runden zusammen mit der Kölner Profimannschaft im RheinEnergieStadion. Wohl wissend, dass die Rheinländer auf weitere hoffungsvolle Talente aus den eigenen Reihen hoffen, die eines Tages vielleicht einen ähnlichen Status genießen werden, wie der nun weltweit bekannte Rückkehrer, arbeitet Basala-Mazana an der Realisierung seines Traumes, Fußball-Profi zu werden. Im Kölner Jugendinternat bereitet “Ben” sich auf seine mögliche Karriere als FC-Profi vor. Vor der  Bundesliga-Saison 2009/10 absolvierte er bereits die komplette Vorbereitung mit der ersten Mannschaft, ein kleines Stück Zukunft ist für ihn so bereits zur Realität geworden.

basala-mazana

Auch wenn ihm einige Experten schon ein Bundesligadebüt in der aktuellen Spielzeit zutrauen, ist für “Ben” noch ein weiter Weg zu gehen. Von der U17-Nachwuchsmannschaft wurde er bereits in die U23 des 1. FC Köln hochgezogen, um sich an die neuen physischen Vorraussetzung des älteren Jahrganges zu gewöhnen. “Er ist für sein Alter schon außergewöhnlich weit”, erklärt FC-Manager Michael Meier diese Maßnahme. “Ben kommt vor allem über seine enorme Schnelligkeit in die Spiele. Er nimmt in unserem Team eine absolute Führungsrolle ein und ist variabel auf fast allen Defensivpositionen einsetzbar”, schwärmt U17-Nationaltrainer Pezzaiuoli über die Fähigkeiten des Defensivspezialisten, dessen Stärken er meist auf der Position des rechten Verteidigers ausspielen kann. Eine Position, die beim 1. FC Köln eigentlich schon seit der Einführung der Viererkette regelmäßig Probleme aufwirft, ebenso wie die linke Verteidigerposition, die Bienvenue Basala-Mazana auch einnehmen kann.

Dass Bienvenue, was übersetzt übrigens “Willkommen” heißt, aufgrund dieser Tatsachen allerdings abhebt, ist nicht zu befürchten. Der Spieler mit kongolesischen Wurzeln weiß, dass er hart für die Verwirklichung seines Traumes arbeiten muss. Und auch für den Fall, dass es mit einer Profikarriere vielleicht nicht klappen wird, sorgt “Ben” bereits vor. “Ich hoffe, dass sich Schule und Fußball nun besser miteinander vereinbaren lassen, so dass ich hier mein Abitur machen kann”, erzählt der Youngster, der sich mit einem Fernunterricht auch auf das Leben abseits von Doppelpässen und Rampenlicht vorbereitet.

Wer aber will “Jogi” Löw widersprechen, der die “Nummer zwei” bereits in seinen Notizblöcken notiert hat? Eines Tages, vielleicht früher als später, wird es heißen: Bienvenue, Willkommen in der Bundesliga, Nummer zwei!

(Ein Beitrag von Effzeh., Foto: Andreas Schwartmann)

Richard Sukuta-Pasu

Im Profil auf der offiziellen DFB-Homepage des 19-jährigen Stürmers Richard Sukuta-Pasu, findet man unter der Kategorie Hobbies, den Begriff “tanzen”. Blickt man auf die weiteren Daten, nämlich 1,84 Meter groß und knapp 80 Kilo schwer, fällt es einem schwer dies zu glauben, bzw. dem Spieler vielleicht sogar ein solches Talent zuzusprechen. Erst bei der genaueren Betrachtung auf dem Spielfeld, kommt man zu der Erkenntnis, dass das doch irgendwie passt.

Juli 2009, es ist alles andere als sommerliches Wetter auf der Wattenscheider Lohrheide. Leverkusen absolviert ein Testspiel. Sukuta-Pasu steht am Mittelkreis, wartet auf den Abschlag von Rene Adler und der kommt. Genau auf den Mann, Sukuta-Pasu setzt sich gegen seinen Mitspieler mühelos im Kopfballduell durch, sprintet in unglaublich kurzer Zeit nach vorne, bekommt den Ball auf den Schlappen gespielt und scheitert nur knapp am Torhüter. “Super Richie”, brüllt Co-Trainer Herrmann auf den Platz.

Zwei Minuten später, eine ähnliche Situation, bei der der Schiedsrichter jedoch bereits nach Sukuta-Pasus Kopfball abpfeift. Offensivfoul. Diese Szenen beschreiben gut, wie sein Spiel läuft. Der 19-Jährige ist wuchtig, kräftig und zweikampfstark. Er könnte auch einen guten Innenverteidiger abgeben. Aber er ist auch ungeheuer schnell und schaltet blitzschnell, wenn es nach vorne geht. Er hat einen Torriecher, der so groß ist, dass er die Nase eines ZDF-Showmasters in den Schatten stellt. Ein Talent, dass sich jedoch derzeit kaum in der höchsten Spielklasse beweisen darf.

Sukuta-Pasu ist Sohn einer Französin und eines Kongolesen, die Mitte der 1960er Jahre nach Deutschland kamen. Am 24.Juni 1990 wurde er in Wuppertal geboren, wo er auch zunächst Fußball spielte. Im Alter von zehn Jahren entdeckten dann die Scouts von Bayer Leverkusen den Stürmer. Er durchlief alle Jugendmannschaften der Werkself und errang 2007 die deutsche A-Jugendmeisterschaft. Auch der DFB wurde auf ihn aufmerksam. Er spielte in der U17 und in der U19, mit der er Europameister wurde. Er war der einzige Spieler des 1990er Jahrgangs im Kader. Inzwischen ist er auch für die U21 aktiv.

Sukuta-Pasus Bundesligakarriere startete am 4.Spieltag der Saison 2008/2009 gegen den Hamburger SV. In der 86. Minute wechselte Bruno Labbadia ihn beim Stand von 2:3 als Hoffnungsträger ein, jedoch ohne Erfolg. Im weiteren Verlauf kommt er auf 12 weitere Einsatzminuten in drei Spielen. Für die Werkself-Amateure bestreitet er immerhin 18 Spiele und erzielt sieben Tore. Für Sukuta-Pasu prägend sind vor allem die vielen Einsätze für das DFB-Team in dieser Spielzeit.

Nach der Saison beschließen zunächst die Verantwortlichen bei Bayer und im DFB, dass Sukuta-Pasu seinen Einsatz für die Nationalelf etwas zurückschraubt. Er soll mehr ins Training der Profis eingebunden werden. Kurz darauf wird überlegt, ob der Stürmer nicht Teil eines Leihgeschäfts werden sollte, was jedoch mit der Verletzung von Patrick Helmes wieder ad acta gelegt wird. Er macht die komplette Vorbereitung mit dem Profikader mit, spielt gut, schießt Tore. Trotzdem gab es bisher nur Einsätze in der Regionalligamannschaft von Leverkusen.

Sukuta-Pasu hat einen schweren Stand bei Bayer. Vor ihm spielen gestandene junge Talente mit Kießling und Derdiyok, sowie dem noch verletzten Helmes. Der erfahrene Gekas wird ihm ebenfalls noch vorgezogen. Spätestens zur Winterpause, wird sicherlich wieder überlegt werden, ob er verliehen wird. In der zweiten Liga, könnte der Rohdiamant dann endlich genügend Spielpraxis auf hohem Niveau sammeln.

Marcel Titsch-Rivero, Eintracht Frankfurt

Frankfurt, Waldstadion. Ein Vormittagstraining beim Bundesligisten Eintracht Frankfurt. Michael Skibbe beobachtet das Trainingsspiel seines ausgedünnten Kaders; etliche Spieler verweilen bei ihren Nationalmannschaften, die verbliebenen spielen flankenorientiert auf zwei kleine Tore – unter ihnen Marcel Titsch-Rivero, geboren am 2.11.1989.

Marcel Titsch-Rivero: Foto: Stefan Krieger

Es ist das zweite Jahr des sympathischen Blondschopfs bei den Senioren, das erste von Beginn an im Kader der Profis. Noch in der letzten Saison war Marcel eine der Stützen des Regionalligateams der Eintracht, welches für viele überraschend einen hervorragenden dritten Platz belegte. Viele seiner damaligen Mitspieler haben die Eintracht verlassen; spielen nun in Heidenheim oder Braunschweig in der dritten Liga.

Das zweite Team der Eintracht, die U23, ist ein hartes Pflaster für junge Spieler, deren Traum es ist Profifußballer zu werden. Die gesamte Juniorenzeit darf geträumt werden; die Wirklichkeit beginnt bei den Senioren – die Auslese kennt keine Vereinsverbundenheit und keine Sentimentalitäten. Wer als zu leicht für die Bundesliga befunden wird, wird aussortiert, versucht sein Glück über einen Vereinswechsel. „Das Training ist härter, die Einheiten intensiver“, sagt Marcel, „es geht alles viel, viel schneller.“

Marcel, der 2005 aus der Jugend der kleinen, aber im Jugendbereich hervorragend arbeitenden SG Rosenhöhe zur U17 der Eintracht wechselte, darf weiter träumen. Seit dieser Saison gehört er zum erweiterten Kader des Profi-Teams. Er trainiert unter der Woche mit Amanatidis und Co, nur beim Abschlusstraining der U23 ist er dabei – und an den Spieltagen der Regionalliga Süd. Vier Einsätze stehen dort bislang in dieser Saison zu Buche, alle über 90 Minuten. Im letzten Jahr lief er 27 mal für die Truppe von Trainer Frank Leicht auf, davon 22 mal von Beginn an. Dass es nicht mehr Einsätze wurden lag daran, dass Marcel während dieser Zeit sein Abitur gemacht hatte; der kluge Mann baut vor.

Marcel ist keiner, der die große Geste liebt – aber im Gespräch mit ihm spürt man in jeder Sekunde, dass er den Willen hat, sein Ziel zu erreichen. Betreut wird er bislang von seinem Vater, der ihn auch zu den Spielen begleitet, sogar der Großvater ist manchmal dabei – auch bei Freundschaftsspielen der Profis auf dem Land, in Stadtallendorf oder Hofheim. Sie unterstützen den 19jährigen, der als seine Lieblingspostion das Mittelfeld angibt, „ein weing vor dem Sechser“, wie er sagt. Sein Spiel ist dynamisch, schnörkellos, geprägt von dem Willen über 90 Minuten Gas zu geben.

2005, während des Jugendländerpokals, spielte er mit Marko Marin und Kevin Pezzoni für Hessen. Dort fiel er den Scouts der Eintracht auf, die den Fan des FC Barcelona zur Eintracht lotsten. Schon als Jugendlicher debütierte er in der Oberliga Hessen und drängt nun in den Kader der Bundesliga Mannschaft – wo die Konkurrenz groß ist. Im Gegensatz zur letzten Saison hat Eintracht Frankfurt heuer kaum Verletzte. Da muss ein Nachwuchsspieler erst einmal hinten anstehen.

Dennoch ist es sein Ziel zumindest in den Spieltagskader zu stoßen, vielleicht sogar den ein oder anderen Einsatz zu absolvieren. Intensiver ist das Training der Profis als bei der zweiten Mannschaft, „du darfst dir kaum Fehler erlauben aber es motiviert natürlich unglaublich“, sagt Marcel, der weiß, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen.

Sein Vereinskamerad Sebastian Jung kann davon ein Lied singen. Noch im letzten Jahr debütierte dieser als Jugendlicher in der Bundesliga, erhielt ausgezeichnete Kritiken – und hat doch 2009/2010 bislang noch keine einzige Chance erhalten, sich auszuzeichnen. Natürlich ist dies für einen jungen Spieler enttäuschend – aber auch diese Erfahrungen gehören dazu, um vielleicht doch wie Patrick Ochs oder zuletzt Marco Russ den Sprung aus dem Jugendbereich der Frankfurter Eintracht zum Stammspieler der Profis zu schaffen. Noch wird Marcel auf der Straße nicht erkannt. Wer weiß, ob sich dies im Laufe der Saison nicht noch ändert.

Das Zeug dazu hat er allemal. Spielerisch und menschlich.

(Text: Axel Hoffmann und Stefan Krieger)

18mal18 – Wir fangen dann mal an

In diesem Sommer hat probek nach mehreren – teils kontroversen - Diskussionen hier ein Sportbloggernetzwerk gegründet. Neben netter Gesellschaft, nachbarschaftlicher Hilfe, Anekdoten aus dem Blogger-Alltag und einer sehr angenehmen Diskussionskultur spuckt dieses Netzwerk jetzt hier ein ein konkretes, gemeinschaftliches Projekt aus.

Meine Damen und Herren, es ist mir eine große Ehre, nach einem gutem Monat Vorarbeit 18mal18 heute hier offiziell freizuschalten. 18mal18 ist ein Experiment. 18 Autoren widmen sich je einem 18-jährigem Nachwuchsspieler aus einem der 18 Bundesligavereine. Die Autoren adoptieren den hoffnungsvollen Jungprofi für ein Jahr und begleiten ihn auf dem Weg vom Talent zum etabliertem Bundesligaprofi oder beim Zerplatzen der großen Träume.

Genauso wenig, wie wir wissen, ob “unsere” Spieler in den nächsten Monaten plötzlich Kandidaten für die WM-Teilnahme werden oder klammheimlich nach Paderborn ausgeliehen werden, wissen wir, wie sich das Ganze hier entwickeln wird. Wie jedes Gemeinschaftsprojekt dieser Größenordnung gibt es gewisse Risiken – schließlich sind wir unterschiedliche Menschen verstreut über das ganze Land. Wir kalkulieren den triumphalen Erfolg genauso ein wie das jämmerliche Scheitern. Jeder Autor entscheidet frei, ob er kilometerweise Statistiken analysiert, meinungsstark über die Frisur seines Spielers lästert oder per Skype mit seinem Patenkind Länderspiele kommentiert. Klar ist, dass wir uns dem Thema “Hoffnungen für den deutschen Fußball” mit viel Platz und auf eine andere Art und Weise als in den einschlägigen Medien widmen wollen.

Und ja. Nicht alle Spieler sind wirklich 18 Jahre alt, wir haben noch nicht alle 18 Vereine vergeben und nach und nach werden sicher hier auch noch einige Sachen um- und eingebaut. Aber wir fangen dann mal an. In den nächsten Stunden folgen die ersten Artikel, die Euch hoffentlich Lust machen, ab jetzt hier regelmäßig vorbeizuschauen. heinzkamke (angedacht), catenaccio, stefan krieger (blog-g), axel hoffmann (Beves Welt), sebastian fiebrig (textilvergehen), nedfuller (nedsblog), enno, daniel und felix vom hertha-blog, Jannik (entscheidend is aufm platz), EffZeh, arne und robert (liga.parkdrei.de) überreichen probek für die Idee des Netzwerkes noch einmal einen virtuellen Blumenstrauß, wünschen viel Spaß, freuen uns auf Eure Beteiligung und Eure Kommentare.

#25 Thomas Müller

Das Kostüm des großen Talentes sollte bei den Bayern in den nächsten Jahren eigentlich Toni Kroos tragen. Der wird mittlerweile bei Leverkusen immer mal wieder eingewechselt und Uli Hoeneß explodiert wahrscheinlich in diesen Tagen des angespannten Nervenkostüms, wenn man ihn auf die Nummer 10 anspricht, die dem Greifswalder mal versprochen wurde und die nun Arjen Robben trägt. “So schnelllebig ist Fußball” sagen die einen, die anderen prügeln reflexartig auf die Nachwuchsarbeit der Bayern ein, wo Talente verbrannt werden oder sich nicht durchsetzen, erst zu anderen Vereinen wechseln müssen (Lahm) und Schweinsteiger zwar irgendwann Rekordnationalspieler aber halt “doch kein richtig guter” mehr wird.

Umso erstaunlicher, dass es mit Holger Badstuber und Thomas Müller diese Saison – so unbemerkt, wie das beim FC Bayern überhaupt geht – zwei Talente aus der eigenen Jugend in den Profikader geschafft haben. Um Thomas Müller – den jüngsten Spieler im aktuellen Team des Rekordmeisters – soll es dieses Jahr hier gehen. Eine Bürde schleppt der junge Mann schon mit sich rum: Bei seinem Verein bedeutet der normalste Name der Welt eine ganze Menge mehr, als bei anderen Bundesligisten. Wie geht man damit um, wenn der erste Treffer im eigenen Stadion – auch wenn er das letztendlich unbedeutende 7:1 gegen Lissabon war – den Anhängern eine Gänsehaut über den Rücken jagt, weil es jetzt wieder müllert in München?

Youtube: Thomas Müller gegen Sporting Lissabon

Wer verbirgt sich hinter dem äußerlich ziemlich Unauffälligem? Wie geht man damit um, im ersten Spiel mit Robbery nicht ausgewechselt zu werden? Muss man in München schon mit 19 ins P1 oder darf man ganz ungestraft noch Teenagerblödsinn bauen? Droht im Winter eine Ausleihe nach Duisburg, weil man das Gefühl hat, der letzte Schritt zum Fußballprofi ist der Schwerste und in München unmöglich? Hat die Jugend beim FC Bayern mehr Ahnung vom Internet als der Vorstand? Verspricht Uli Hoeneß Thomas Müller irgendwann die Trikotnummer 13 und zwingt Jogi Löw, ihn mit nach Südafrika zu nehmen?

Daten, Zahlen, Fakten: Geboren am 13.09.1989, 1,86 groß, nach seinem Jugendverein, dem TSV Pähl, nur noch bei den Bayern aktiv. Ein bißchen U19, U20 und U21 gespielt, aber nicht so, dass der Aufstieg zum Profi beim FC Bayern zwangsläufig gewesen wäre. Beraten vom ehemaligen Bayern-Spieler Ludwig Kögl, 1. Bundesliga-Spiel am 1. Spieltag der Saison 2008/09 gegen den HSV, Marktwert laut Transfermarkt.de im Moment 1.5 Millionen Euro. Wenn man Google fragt, ob er ein Jahrhunderttalent ist, antwortet Google nur schlappe 228 mal - und spricht da doch eher immer von Toni Kroos und eben nicht von Müller. Alles reichlich unspektakulär für einen Bayern-Profi. Aber immerhin durfte Müller im Gegensatz zu etablierten Kollegen wie Klose in bisher jedem Spiel in dieser Saison mitwirken.

Bei keinem anderen Verein passt ein kaiserliches “Schaunmermal” besser. Und genau das wird jetzt hier das nächste Jahr passieren.

Saisonauftakt für Mario Götze gelungen

Mario Götze startete bei der A-Jugend von Borussia Dortmund mit einer soliden Leistung. Nachdem die Jugend leicht verspätet in die Saison ging, war es am 16.08.2009 endlich soweit. Erster Gegner war Alemannia Aachen. Fangen wir erstmal sportlich an meinen Schützling unter die Lupe zu nehmen. Nachdem ich ausreichend die Ruhrnachrichten studiert habe, kann ich stolz berichten, dass es der BVB-Youngstar war, der dem Spiel die entscheidenden Impulse gab. Die Dortmunder agierten um ihren Spielmacher gefällig, aber erst in der 75. min, nach einer schönen Kombination über Götze und Stiepermann, brauchte Victor Huschka den Ball nur noch im leeren Tor unterzubringen. Den letzten Höhepunkt der Partie konnte auch Mario auf seinem Konto verbuchen, leider vergab er erneut ein 100%ige Chance. Dennoch ein gutes Spiel der Jugend und Mario Götze fiel einmal mehr etwas mehr auf.

Ergebnisse/Tabelle: A – Jugend Bundesliga/West

Wenn die Saison weiter so läuft wie im ersten Spiel, wird das Dortmunder Talent wohl schnell zu seinem ersten Einsatz im Amateur Team kommen. A

Zweites Spiel, zweiter Sieg!

Mario Götze in der 64. ausgewechselt!

Auch im zweiten Punktspiel, am 23.08.09, gab es drei Zähler für die Schwarz-Gelben. Der Nachwuchs gewann gegen Aufsteiger Preußen Münster hoch verdient mit 6:0. Die Auswechslung von Mario Götze steht hier bei mir im Vordergrund. Nun fragt man sich, ob ein so talentierter und vor allem ambitionierter Spieler wie Mario einfach so ausgewechselt werden kann? Ja, denn der Wechsel begründet sich in dem Sachverhalt, dass die Borussia zu diesem Zeitpunkt bereits mit 5:0 führte und das „Dingen“ (so schreibt der Journalist für die Ruhr Nachrichten …) schon gelaufen war. Wieder war es Mario der maßgeblich an der Weichenstellung des Spiels beteiligt war. Denn er selbst war es der das vorentscheidende 2:0 machte. Dazu kamen in diesem Spiel zwei weitere Vorlagen, die jetzt auf seinem Konto stehen. Würde man in Scorer-Punkten sprechen hieße das 3.5, und das ist für einen Spielmacher nach zwei Spielen im grünen Bereich. Am Mittwoch wartet der 1.FC Köln auf die Mannen um den Spielmacher. Mario hat hier eine Chance sich erstens bei einem Bundesligisten zu präsentieren und zweitens wartet ein Gegner, der den Kreativmann vielleicht ein wenig mehr fordern könnte. Denn schwere Spiele, in denen er überzeugt sind die, die er braucht um bei den Männern relevant zu werden. Als Berichterstatter hoffe ich natürlich in kürzester Zeit ein Orginalkommentar von Mario Götze in meinen Berichten zu veröffentlichen.